Die Neuapostolische Gemeinde Schaffhausen-Neuhausen durfte am Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag ihr 125-jähriges Bestehen feiern. Der festliche Gottesdienst wurde von Apostel Reto Keller gehalten und stand unter dem Bibelwort aus Psalm 104,24: „HERR, wie sind deine Werke so gross und viel! Du hast sie alle weise geordnet, und die Erde ist voll deiner Güter.“
Der Apostel richtete den Blick auf die Geschichte der Gemeinde. Das Jubiläum solle jedoch nicht lediglich Anlass zu nostalgischen Rückblicken sein. Mit Ehrfurcht, Dankbarkeit und Respekt werde an all jene gedacht, die während der vergangenen 125 Jahre die Gemeinde aufgebaut und getragen haben. Gleichzeitig erwachse daraus ein Auftrag für die heutige Generation, das Werk in derselben Haltung weiterzuführen.
Im Zusammenhang mit dem Philipperbrief erinnerte Apostel Keller an die Worte des Apostels Paulus: „Ich danke meinem Gott, so oft ich euer gedenke… für eure Gemeinschaft am Evangelium vom ersten Tag bis heute.“ (aus Philipper 1, 3-6). Auch er persönlich empfinde grosse Dankbarkeit für die Gemeinde und alle, die die Entwicklung der Gemeinde geprägt haben.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Wort aus Apostelgeschichte 2,42, das von der Beständigkeit der ersten Christen berichtet. Apostel Keller dankte den Geschwistern für ihre Beständigkeit im Glauben. Diese Beharrlichkeit habe wesentlich dazu beigetragen, dass die Gemeinde über Generationen hinweg bestehen und wachsen konnte.
Im Blick auf das Bibelwort aus Psalm 104 betonte der Apostel, dass letztlich alles seinen Ursprung in der Schöpfungskraft Gottes habe. Gerade am Dank-, Buss- und Bettag werde bewusst, dass vieles nicht selbstverständlich sei. Dies gelte besonders für die Ernte, wie nach diesem heissen Sommer deutlich geworden ist. Wir wollen Gott für seine Fürsorge und seinen Segen danken. Im Natürlichen, wie im Geistlichen.
In diesem Zusammenhang verwies er auf die Bestimmungen in 3. Mose 19. Wer sein Feld oder seinen Rebberg aberntet, soll nicht alles für sich behalten, sondern auch an die Bedürftigen denken. Daraus leitete Apostel Keller die Bedeutung von Fürsorge, Solidarität und gegenseitiger Unterstützung innerhalb der Gemeinde ab. Eine besondere Stärke der Gemeinde Schaffhausen sei, füreinander da zu sein und einander beizustehen.
Weiter hob er hervor, dass Jesus bewusst Gemeinde gegründet habe, damit der Glaube an das Evangelium gemeinsam gelebt und gepflegt werden könne. Deshalb sei es etwas Wertvolles und Schönes, Gemeinschaft im Glauben zu erleben – mit Jesus Christus als Mittelpunkt. „Schön, dass wir Gemeinde leben können“, fasste er diesen Gedanken zusammen. Die Gemeinde Schaffhausen sei ein sichtbarer Teil der Kirche Christi und somit von Gottes geistlicher Schöpfung. Sie ist Ausdruck seiner Liebe und seines Wirkens unter den Menschen.
Einen Predigtbeitrag leistete auch Gemeindevorsteher Priester Stephan Sigrist. Er bezeichnete die Psalmen als „das Herz der Bibel“ und knüpfte an das Bibelwort an. Besonders hob er die Dankbarkeit und Hochachtung gegenüber den vielen Geschwistern hervor, die während der vergangenen 125 Jahre die Gemeinde mit ihrem Glauben, ihrem Einsatz und ihrer Treue geprägt haben.
Eine besondere Freude für die Gemeinde war zudem die Ordination einer Priesterin. Ein schönes Geschenk an die Jubiläumsgemeinde! Die Ordination unterstrich auf eindrückliche Weise, dass die Gemeinde nicht nur dankbar auf 125 Jahre Geschichte zurückblickt, sondern auch lebendig in die Zukunft geht und weiterhin auf Gottes Wirken vertrauen darf.
Nach dem Gottesdienst richteten drei Vertreterinnen und Vertreter des Arbeitskreises der Schaffhauser Kirchen (AKSH) ihre Grussworte an die Festgemeinde. Dabei brachten sie ihre hohe Wertschätzung für die Neuapostolische Kirche und deren Wirken in der Region zum Ausdruck.
Ein weiterer Höhepunkt war die Übergabe einer Spende der Stiftung NAK-Humanitas an die in Schaffhausen verankerte Stiftung ALTRA. Die Geste unterstrich das gemeinsame Anliegen, Verantwortung für Mitmenschen zu übernehmen und konkrete Hilfe zu leisten.
Am Nachmittag fand die Jubiläumsfeier mit einem gemeinsamen Mittagessen und gemütlichem Beisammensein im Pavillon im Park Schaffhausen ihren Abschluss. In froher Gemeinschaft wurden Erinnerungen ausgetauscht, Begegnungen gepflegt und die Dankbarkeit über 125 Jahre Gemeindegeschichte miteinander geteilt. Die Feier machte deutlich: Dankbar auf das Vergangene zurückblicken, die Gegenwart gemeinsam zu gestalten und voller Vertrauen in Gottes Führung in die Zukunft gehen.